Ich arbeite integrativ und verbinde Gestalttherapie, Pesso-Arbeit und körperorientierte Verfahren. Alle Ansätze starten damit, wie Sie Ihre eigenen Erfahrungen und Empfindungen im Moment wahrnehmen und welche Bedeutung Sie ihnen geben.

Im Folgenden stelle ich die Methoden und ihre Schwerpunkte im Einzelnen vor:

Gestalttherapie unterstützt dabei, sich selbst besser zu verstehen, alte Muster zu erkennen und neue Erfahrungen zu ermöglichen. Sie arbeitet ganzheitlich: Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und Beziehungen werden gemeinsam wahrgenommen und erforscht.

In der Therapie geht es nicht nur ums Reden: Sie erleben, probieren aus, experimentieren – mit Bewegungen, Haltungen, Gefühlen und Gedanken. Durch bewusstes, unmittelbares Erleben im Hier und Jetzt entstehen neue Perspektiven und verkörperte Bewusstheit. Veränderung kann dort geschehen, wo etwas wirklich gespürt und verstanden wird – wenn Bewusstsein und Bewusstheit zusammenkommen.

Es geht nicht um schnelle Problemlösungen, sondern um eine aus sich selbst wachsende innere Stabilität und Entwicklung. Die Beziehung zwischen Therapeut:in und Klient:in steht im Mittelpunkt. Ich verstehe mich als Gestalttherapeutin nicht als Expertin für Ihr Leben, sondern als neugierige, offene und unterstützende Begleiterin auf Ihrem Weg.

Die Pesso-Therapie richtet den Blick darauf, wie vergangene Beziehungserfahrungen Ihr heutiges Leben beeinflussen.  Viele Erlebnisse aus der Kindheit oder früheren Beziehungen wirken weiterhin (unbewusst) in uns nach, oft nicht als klare Erinnerungen, sondern als Körperempfindungen, Spannungen oder wiederkehrende Beziehungsmuster. Diese Erfahrungen prägen, wie wir gegenwärtig die Welt wahrnehmen, wie wir fühlen, interpretieren und handeln. In der Therapie geht es nicht darum, die Vergangenheit zu analysieren oder „ungeschehen“ zu machen, sondern zu erleben, was damals gefehlt hat (Schutz, Halt, einen sicheren Platz, emotionale Nahrung oder eine stimmige Begrenzung). Durch behutsames Bezeugen und symbolische Unterstützung wird ergänzt, was damals gefehlt hat. So entstehen neue, körperlich verankerte Erfahrungen, die helfen, im Heute klarer zu fühlen, wahrzunehmen und selbstbestimmt zu handeln. Auf diese Weise können wir im Hier und Jetzt Freiheit erfahren und unser Potenzial leben.

 Nicht jeder Mensch fühlt sich selbstverständlich im eigenen Körper zu Hause oder vertraut seiner Körperwahrnehmung. Dabei ist der Körper unsere wichtigste Basis – unser „Fahrzeug“ und „Wahrnehmungsinstrument“. Wenn die Verbindung nicht intakt ist, können wir keine Entscheidungen treffen, weil wir nicht fühlen, wer wir sind oder was wir brauchen. Manche Menschen erleben körperliche Anspannung, Unruhe oder ein Gefühl des Abgeschnittenseins. Darum arbeite ich mit nervensystembasierten Ansätzen, angelehnt an traumasensible Konzepte wie Somatic Experiencing (Peter Levine), Polyvagal-Theorie (Stephen Porges), das Window of Tolerance (Dan Siegel) oder Sensorimotor Psychotherapy (Pat Ogden). Unser Körper zeigt uns oft vor unseren Gedanken, wie es uns geht und was wir brauchen. Diese Signale wahrzunehmen – ohne überwältigt zu werden – und damit umzugehen, wird Schritt für Schritt im eigenen Tempo gelernt. Es geht nicht darum, etwas „durchzuarbeiten“, sondern darum, sich zu regulieren. So wird der Körper zum Zuhause, ein Ort der Orientierung, Selbstregulation und Lebendigkeit.

Gemeinsam eröffnen diese Zugänge einen Raum, in dem Entwicklung auf mehreren Ebenen möglich ist: emotional, körperlich und in Beziehungen. Veränderung geschieht Schritt für Schritt – durch bewusstes Erleben, Verstehen und Handeln.

MEINE THERAPEUTISCHE HALTUNG

Meine Haltung ist für mich nicht nur ein theoretischer Hintergrund, sondern prägt mein tägliches Arbeiten. Sie zeigt mein Menschenbild und spiegelt, wie ich zuhöre, Fragen stelle und Menschen begegne.

Im Folgenden stelle ich meine humanistiche Haltung und ihre Prinzipien vor:

Für mich ist Therapie immer ganzheitlich. Der Körper reagiert zuerst, Gedanken und Bewertungen folgen. Gefühle sind leiblich, unmittelbar und oft klarer als unsere Überzeugungen. Ich begleite Menschen darin, wieder in Kontakt zu kommen mit ihrem Erleben, ihrem Körper, ihren Bedürfnissen und Grenzen.

Veränderung ist möglich, nicht weil „alles machbar“ wäre, sondern weil jeder Mensch eine eigene Kraft in sich trägt, die Ausdruck sucht. Für mich sind Selbstverwirklichung, Sinnsuche und das Bedürfnis nach sozialer Verbindung grundlegende menschliche Bedürfnisse. Diese Bedürfnisse brauchen Ausdruck und Gestaltung. Aus meiner Sicht wollen die meisten Menschen sinnvoll für sich selbst und ihre Umwelt wirken.

Jeder Mensch trägt ein Sammelsurium an Ressourcen in sich, die er im Laufe seines Lebens gesammelt hat. Oft sind diese Stützen noch gar nicht bewusst. Mich bewegt besonders, wie Menschen wieder Zugang zu dieser Kraft und ihrer eigenen Bewusstheit finden können. Symptome und Blockaden sehe ich nicht als Defizite, sondern als Hinweise darauf, dass Gefühle oder Bedürfnisse noch nicht vollständig erlebt oder ausgedrückt werden konnten  und dass hier Entwicklung und Förderung möglich sind.

Ich glaube, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, sein Erleben bewusst wahrzunehmen, zu verstehen und zu gestalten oder diese Fähigkeit lernen kann. Das Hier und Jetzt bedeutet für mich, bewusst wahrzunehmen, was gerade im Körper, in den Gefühlen und Gedanken passiert, die eigenen Bedürfnisse spürbar zu machen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Bei diesem Prozess unterstütze ich Menschen gerne.

Ich arbeite ganz im Sinne der Gestalttherapie dialogisch und (soweit möglich) auf Augenhöhe. Ich sehe mich als Teil des Beziehungsfeldes, in dem Entwicklung möglich wird. Die Lösung für Ihr Anliegen kenne ich nicht; ich forsche gerne gemeinsam mit Ihnen und fördere Bewusstheit sowie Verstehen. Ein respektvoller Umgang mit Grenzen ist mir dabei besonders wichtig. Dieses Bewusstsein prägt, wie ich Räume und Kontakt gestalte.

Persönliche Erfahrungen entstehen nie isoliert, sondern immer im Kontext gesellschaftlicher Bedingungen. Deshalb gehört zu meiner Haltung eine Sensibilität dafür, wie Macht, soziale Hierarchien, strukturelle Ungleichheiten und kulturelle Unterschiede das Leben und Erleben prägen. Dieses Bewusstsein hilft mir, die Lebenssituation und Rahmenbedingungen eines Menschen besser zu verstehen, gegebenenfalls anders anzusetzen, vorschnelle Zuschreibungen zu vermeiden und echten Begegnungen Raum zu geben.

Daraus entsteht die Art und Weise, wie ich die therapeutische Begegnung und den Raum gestalte. Es ist mir ein Anliegen, einen sicheren und achtsamen Ort zu schaffen, in dem Vielfalt und das Eigene Platz haben dürfen. Ein Ort, der dazu einlädt, zu forschen, Altes zu entdecken, zu verstehen, zu regulieren und Neues auszuprobieren. In Verbindung mit dem Körper, in der eigenen Geschwindigkeit und Lebendigkeit.